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Betreuung bei Krebserkrankungen

Für eine individuelle Versorgung unserer onkologischen Patienten pflegen wir einen intensiven Kontakt (Netzwerk) zu Fachärzten, Kliniken, Hospizen und spezialisierten Pflegediensten.

Nebenwirkungsmanagement einer Chemotherapie und was Sie als Patient dazu beitragen können.

Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie können, müssen aber nicht auftreten und bilden sich meistens nach Beendigung der Therapie wieder zurück.

Viele der Nebenwirkungen können mit Hilfe von Medikamenten gut behandelt werden, aber auch Sie als Patient können durch das richtige Verhalten viel dazu beitragen, dass Nebenwirkungen nicht auftreten, abgemindert oder als solche frühzeitige erkannt und dann sofort behandelt werden können.

Fatigue ( Müdigkeit und Erschöpfung)

Unter Fatigue versteht man eine besonders quälende und anhaltende Form der Mattigkeit.

Sie wird als eine völlige physische, psychische und emotionale Erschöpfung wahrgenommen, die die geistige Belastbarkeit und körperliche Betätigung stark einschränkt

Mögliche Ursachen

  • Tumor bedingt

  • Durch die Strahlen-/Chemotherapie

  • Durch eine mögliche Anämie

  • Seelische Ursachen wie Ängste und Sorgen 

Symptome

  • ständige Müdigkeit

  • Keine Energie, selbst für kleine Tätigkeiten

  • Häufige und schnelle Erschöpfung

  • Konzentrationsschwäche schon bei alltäglichen Beschäftigungen

Was sie selbst tun können

  • Art und Dauer der Erschöpfung sollten in einem Patiententagebuch festegehalten werden

  • Planen sie ihren Tagesablauf und teilen sie ihre Kräfte ein, Aktivitäten auf energiereiche Tageszeiten legen

  • Beziehen Sie Angehörige und Freunde in Ihr Leben ein und lassen sie sich von diesen helfen

  • Leichte körperliche Betätigung an frischer Luft z. B. spazieren gehen ohne sich zu überanstrengen

  • Achten Sie auf gesunde und ausgewogene Ernährung mit eisenhaltigen und vitaminreichen Speisen

 

Übelkeit und Erbrechen (Nausea und Emesis)

Heutzutage ist es möglich Übelkeit und Erbrechen mit modernen Medikamenten weitgehend zu unterdrücken. Diese Medikamente werden bereits vor der Chemotherapie gegeben, um die Nebenwirkungen von vornherein zu vermeiden.

Was sie selbst tun können

  • Vorbeugende Medikationen wie verordnet einnehmen ( nicht nur im Bedarfsfall!!)

  • Große Mahlzeiten vermeiden; 5-6 kleinere Mahlzeiten pro Tag essen

  • Essen Sie die Speisen nicht zu heiß und vermeiden Sie Speisen mit intensivem Geruch und Geschmack

  • Ruhen Sie sich nach den Mahlzeiten aus

  • Sorgen Sie für angenehme Düfte in Ihrer Nähe, meiden Sie alle unangenehmen Gerüche

  • Schlaf, entspannende Musik oder Spaziergänge im Freien

 

Durchfall (Diarrhoe)

Bei einigen Medikamenten kann die Darmschleimhaut angegriffen werden , so dass es zu häufigeren Darmentleerungen kommen kann. Länger anhaltender Durchfall führt zu Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust und muss ärztlich behandelt werden.

Was sie selbst tun können

  • Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, ca. 2-3 Liter pro Tag

  • Essen Sie fein geriebene Äpfel über den Tag verteilt

  • Vermeiden Sie Speisen, die die Verdauung anregen wie z.B. Süßstoffe, Vollkornbrot, Gemüse, Kohl, scharfe Gewürze sowie süße Speisen und fetthaltige Milchprodukte

  • Verwenden Sie weiches Toilettenpapier und cremen sie Ihren Analbereich nach jedem Stuhlgang mit einer Wundcreme ein

Verstopfung (Obstipation)

Eine Verstopfung entsteht in der Regel durch ungenügende Darmtätigkeit.

Mögliche Ursachen sind die eingesetzten Zytostatika, aber auch Begleitmedikamente wie z.B. einige Antiemetika oder auch manche Schmerzmittel.

Was sie selbst tun können

  • Ausreichend trinken z.B. Pflaumensaft, Tee, Wasser

  • Nehmen Sie ballaststoffreiche Ernährung zu sich z. B. Vollkornprodukte,

  • Bewegen Sie sich z.B. Spazieren gehen, denn Bewegung regt die Darmtätigkeit an

  • Verzichten Sie auf Produkte, die zu einer Verstopfung führen können wie z.B. Schokolade, Eier, Apfelsaft

Entzündungen im Mund und Hals ( Stomatitis und Mukositis)

Bei einigen Medikamenten zur Chemotherapie kann es zu Entzündungen im Mund- und Rachenraum kommen. Diese zeigen sich meist durch Rötungen und weiße Flecken und treten oft 1-2 Wochen nach der Chemotherapie auf

Was sie selbst tun können

  • Lassen Sie vor Chemotherapiebeginn eventuell vorhandene Entzündungen von Ihrem Zahnarzt sanieren

  • Gründliche und schonenden Mundhygiene nach jedem Essen oder wenn möglich alle 4 Stunden

  • Mehrmals täglich Mundspülung mit alkoholfreien Mundwässern

  • Schützen Sie ihre Lippen durch Benutzen eine Lippenpflegestiftes

  • Essen Sie viele Milchprodukte, denn Mich schützt die Schleimhaut

  • Vermeiden Sie möglichst heiße und ganz kalte Speisen sowie scharf Gewürztes, Saures und Hartes

  • Bei Anzeichen einer Mundschleimhautentzündung rechtzeitig den Arzt informieren